Provokation als Hobby?

Die Frage im Titel habe ich mir in letzter Zeit häufiger gestellt. Ganz besonders als ich die Ankündigung einer Veranstaltung der TAN aus Hamburg in den Händen hielt.
Unter dem Titel “ WELL ADJUSTED PEOPLE – Die „autonome Szene“ auf dem rechten Weg der bürgerlichen Gesellschaft“ will die TAN aufklären über „Reaktionäre im linken Gewand“ und klarstellen was mensch tun muss um ein_e wahre_r Tierbefreiungsaktivist_in zu sein.

Denn der autonome Antispeziesismus ist ja schließlich eine „Kinderkrankheit der Tierbefreiungsbewegung“, „pseudotheoretisch“ und „infantil“ – so wird dieser zumindest in der Ankündigung des passenden Vortrages der TAN auf dem diesjährigen Tierbefreiungskongress bezeichnet.

Ich bin gespannt welchen geistigen Dünnschiss der Referent der TAN auf dem Kongress loslassen wird.
Mehr als plumpe, mit vielen pseudointelligenten Fremdwörtern durchsetzte*, Pöbeleien erwarte ich allerdings nicht von der TAN, die sich zur Hauptaufgabe gemacht hat political police zu spielen und alle die ihnen nicht so ganz passen mit Texten zuzuscheißen, die ohne Fremdwörterbuch nicht lesbar sind.

Soll die TAN doch in Hamburg bleiben und da die Szene spalten, sich mit Antideutschen bashen und Täter schützen.
Auf dem Kongress werden sie jedenfalls nicht viele Freund_innen finden, schätze ich.

Wenigstens wird mir so langsam klar warum der Kongress aus HH geflüchtet ist und sich lieber auf ner Burg verschanzt.

*Die Verwendung vieler Fremdwörter lässt einen Text zwar intelligenter wirken aber die Qualität der Argumente steigt deshalb nicht automatisch an, liebe TAN.

[Mal schauen wie lange es dauert, bis die TAN- Jünger_innen mich in die Antideutsche Ecke drängen wollen :D]


2 Antworten auf “Provokation als Hobby?”


  1. 1 Elias 23. Juni 2009 um 18:51 Uhr

    Liebe/r Nope,
    woher Du zu wissen scheinst, was TAN sich zur Hauptaufgabe gemacht hat und was nicht, und warum Du einer Veranstaltung, auf der Du nichtmal gewesen bist, im Nachhinein einen ganzen Post widmest, weiß ich nicht. Warum Du so damit kokettierst, womöglich in die „antideutsche Ecke“ gestellt zu werden, ist mir auch schleierhaft. Ich jedenfalls habe diese Veranstaltung besucht und kann Dir versichern: Wer ernsthaft gewillt ist, darüber zu diskutieren, wie eine linksradikale, außerparlamentarische Politik zum Mensch-Natur-, bzw. Mensch-Tierverhältnis auzusehen hat, ist hier richtig und schafft das ganze auch ohne Wörterbuch – keine Sorge.
    Es geht eben nicht darum, nur „plumpe, pseudointelligente Pöbeleien“ auf Antispe-Gruppen loszulassen (so wie Du sie auf TAN loslässt…), sondern erstens die Entwicklungen der radikalen Linken in den letzten Jahren, allem voran die Debatten zum Kapitalismusbegriff und die entsprechende politische (Nicht-)Praxis, das Auflösen von wirklicher Praxis in bloßen Lifestyle, kritisch zu hinterfragen; und sich zweitens die Frage zu stellen: Was heißt das für Antispe-Gruppen, die sich als Teil einer politischen Linken verstehen? Soll man mit aller Kraft versuchen, „Antispe“ als einen von vielen Anti-Ismen im szenelinken Phrasendickicht unterzubringen – oder ist es besser, gar nötig, sich davon loszusagen und etwas eigenes zu formulieren?
    Natürlich wird das polemisch formuliert; aber mal ehrlich: Es gibt heute so viel polemisch geführte „Auseinandersetzungen“ in der Linken und vor allem gegen Antispe’s – warum stört Dich die von TAN anscheinend am meisten? Ich frage ganz ehrlich: Woher diese reflexhafte Abwehr bei völliger Unkenntnis?

    Und noch eins irritiert mich an Deinem Beitrag: Die gleichgültige Art und Weise, mit der Du sagst, TAN solle in Hamburg bleiben, dort „Täter schützen“ und einen Text verlinkst, in dem eben dieser Vorwurf des Täterschutzes erhoben wird.
    Dir ist doch sicher klar, dass das, was man im Internet zu entsprechenden Auseinandersetzungen an Texten findet, immer nur einen Bruchteil von dem darstellt, was dazu geschrieben, gesagt, gemacht und festgehalten wird, ist. Korrigiere mich, aber mein Eindruck ist, dass Du diesen Text im Internet gefunden hast, ihn gelesen und das geschriebene sofort übernommen hast. Aber ehrlich: Hast Du Dich darum bemüht, Dir einen differenzierten Überblick zu dem, was da in Hamburg passiert ist, zu machen; hast Du Dich um Gespräche mit Leuten bemüht? Weißt Du, dass es auch andere, kritische Papiere gibt? Wenn nein, warum übernimmst Du so einfach Dinge, die Du hörst? Ist Dir nicht klar, dass es eben diese Haltung Marke: „Ich hab da was gehört…“ ist, wegen der solche Auseinandersetzungen immer wieder eskalieren?!

    Ich habe mich extra bemüht, keine intelligenten Wörter zu benutzen – und bitte Dich nun, Dir mal ein paar Gedanken zu meinem Post zu machen.

  2. 2 nope 23. Juni 2009 um 19:07 Uhr

    Erstmal zu meinem Beitrag:
    Mir ist durchaus bewusst, dass ich mich auf keine bessere/höhere Stufe stelle als die von mir kritiserte Art. Ich habe mich eben angepasst.

    Und Richtig, ich war nicht bei der Veranstaltung in Hamburg. Habe mir jedoch die im Vorfeld veröffentlichten Texte mehrfach zu Gemüte geführt und fand das einfach zu krass.
    Wenn man eine Diskussion und Auseinandersetzung sucht, dann geht das auch anders. Die Aussage, dass Polemik gerne in linken Zusammenhängen genutzt wird, stimmt schon…aber muss sie deshalb in solcher Form genutzt werden?

    Du hast auch Recht damit, wenn du mir vorwirfst nicht wirklich in der Diskussion um T. involviert zu sein. Aber mehr als über Veröffentlichungen kann ich mich nicht dazu informieren. Ich habe mir auch durchaus mehr als die von mir verlinkten Texte angeschaut und bei manchen von der TAN getätigen Aussagen kam mir, auch ohne Hintergründe zu kennen, das kotzen. Deshalb meine Abneigung bei dem Thema. Und das Wörtchen „Täterschützer“ war, wie du evtl. bemerkt hast Polemik (oder vlt sogar Provokation?) ;).

    Zu guter letzt noch kurz dazu:

    Warum Du so damit kokettierst, womöglich in die „antideutsche Ecke“ gestellt zu werden, ist mir auch schleierhaft.

    Das beruht auf (u.a.persönlichen) Erfahrungen die ich in den vergangenen Jahren mit Menschen der TAN machen durfte. Da werden Kritiker_innen schon gerne mal in dieses Schema gepresst. Aber ganz ersntgemeint war diese „Angst“ auch nicht.

    Ich muss zugeben, dass ich mich wohl auf ein Niveau herabgelassen habe, das aus einer ersten Reaktion auf die Veröffentlichung der Ankündigung des Vortrages auf der Burg Lohra entstand. Mein Unverständnis für die Äußerungen der TAN besteht jedoch weiterhin.

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