Die Sache mit den Milchziegen

In den letzten Wochen ging es durch alle möglichen Antispe-Verteiler und Foren:

„Die abscheulichen Tierausbeuter_innen von Unicef wollen den Menschen in Afrika Ziegen schenken!“ tönte es mir von überall entgegen.

Gemischt mit Wohlstandsgesellschaftstümelei wurden Phrasen geschwungen und gefordert, Unicef mit Protesten zu überziehen.
Warum denkt keine_r von den am lautesten schreienden (wohlgenährten) veganen Menschen mal drüber nach, dass die Menschen in den Hungergebieten zurzeit andere Probleme haben als über Tierausbeutung nachzudenken?

Klar, eine vegane Gesellschaft, auch in Afrika, wäre toll und wichtig. Aber sollte nicht ETWAS differenzierter nachgedacht werden wenn es darum geht diese „Milchziegenaktion“ zu verurteilen?
Für mich sprechen erstmal andere Dinge gegen diese Aktion….wie zb Unicef an sich, der Kapitalismus an sich (der überhaupt schuld ist an der Hungermisere) oder eben andere Gesellschaftliche Unzulänglichkeiten (ja, die Liste ist bei weitem nicht komplett).
Ich weiß zwar selbst, dass es auch ohne Kohle möglich ist Vegan zu leben aber überall geht das nunmal nicht.
In manchen Gebieten Afrikas ists eben einfacher ne Ziege zu halten (die lediglich n bischen Steppengras und Wasser braucht) als vegane Landwirtschaft zu betreiben.

Ich hab öfter fast das Kotzen bekommen als ich manche (menschenfeindliche?) Foreneinträge oder Emails gelesen habe.
Einfach mal drüber nachdenken, dass Menschen, die kurz vor dem verhungern stehen, andere Probleme haben als über Veganismus nachzudenken.